„Eigenverantwortung“ – ein Begriff, der in der COVID-Pandemie oft genutzt wurde, um individuelles Handeln zu betonen. Doch was steckt hinter diesem Narrativ? Und welche Folgen hatte es für den gesellschaftlichen Zusammenhalt? 1/
Auf den ersten Blick klingt „Eigenverantwortung“ positiv: Es betont persönliche Freiheit und die Fähigkeit, selbst über das eigene Handeln zu entscheiden. 2/
Doch in der Praxis führte dieses Narrativ dazu, dass kollektive Maßnahmen abgebaut und Verantwortung auf Einzelne abgewälzt wurde – mit schwerwiegenden Konsequenzen. 3/
Die Realität hinter der Eigenverantwortung:
Nicht jeder kann sich eigenständig schützen: Kinder, Ältere und finanziell Benachteiligte sind auf kollektive Maßnahmen angewiesen.
Menschen in kontaktstarken Präsenzberufen müssen weiterarbeiten, ohne echte Wahlmöglichkeiten. 4/
Nicht jeder kann sich eigenständig schützen: Kinder, Ältere und finanziell Benachteiligte sind auf kollektive Maßnahmen angewiesen.
Menschen in kontaktstarken Präsenzberufen müssen weiterarbeiten, ohne echte Wahlmöglichkeiten. 4/
Eigenverantwortung verstärkt soziale Ungleichheiten:
Wer genug Ressourcen hat, kann sich eher schützen (bessere Masken, Luftfilter, Tests, Homeoffice).
Andere müssen zwischen Gesundheit und Existenzsicherung wählen – ein untragbarer Konflikt.
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Wer genug Ressourcen hat, kann sich eher schützen (bessere Masken, Luftfilter, Tests, Homeoffice).
Andere müssen zwischen Gesundheit und Existenzsicherung wählen – ein untragbarer Konflikt.
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Eigenverantwortung gibt eine Illusion von Wahlfreiheit:
Ohne flächendeckende Schutzmaßnahmen bleibt der Schutz Einzelner ineffektiv.
Wie schützt man sich in einer vollen Bahn, wenn Masken nur freiwillig sind?
6/
Ohne flächendeckende Schutzmaßnahmen bleibt der Schutz Einzelner ineffektiv.
Wie schützt man sich in einer vollen Bahn, wenn Masken nur freiwillig sind?
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Das Narrativ führte auch zu einer Belastung des Einzelnen:
Die Verantwortung, ständig die „richtige“ Entscheidung zu treffen, erzeugt Stress.
Schuldgefühle bei Infektionen führen zu psychischem Druck, obwohl es oft strukturelle Versäumnisse sind.
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Die Verantwortung, ständig die „richtige“ Entscheidung zu treffen, erzeugt Stress.
Schuldgefühle bei Infektionen führen zu psychischem Druck, obwohl es oft strukturelle Versäumnisse sind.
7/
Gesellschaftliche Spaltung:
Das Abwälzen der Verantwortung auf den Einzelnen führte zu zunehmenden Konflikten:
Wer sich selbst schützt, wird als übervorsichtig oder panisch dargestellt.
Wer auf Schutzmaßnahmen verzichtet, wird als rücksichtslos gesehen.
8/
Das Abwälzen der Verantwortung auf den Einzelnen führte zu zunehmenden Konflikten:
Wer sich selbst schützt, wird als übervorsichtig oder panisch dargestellt.
Wer auf Schutzmaßnahmen verzichtet, wird als rücksichtslos gesehen.
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Diese Spaltung wurde durch das Narrativ „Eigenverantwortung“ verstärkt, das Solidarität zugunsten individueller Freiheit in den Hintergrund drängte.
9/
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Politische Folgen:
Eigenverantwortung wurde genutzt, um politisches Handeln zu minimieren:
Weniger klare Regeln, weniger staatliche Verantwortung.
Appelle ersetzten verpflichtende Maßnahmen, selbst in kritischen Phasen der Pandemie.
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Eigenverantwortung wurde genutzt, um politisches Handeln zu minimieren:
Weniger klare Regeln, weniger staatliche Verantwortung.
Appelle ersetzten verpflichtende Maßnahmen, selbst in kritischen Phasen der Pandemie.
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Doch die fehlende Führung bot rechten Populisten Raum, um einfache Lösungen und Schuldzuweisungen zu propagieren. Sie nutzten die gesellschaftliche Spaltung für ihre Zwecke – mit Erfolg.
11/
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Fazit:
„Eigenverantwortung“ klingt gut, ist aber oft ein Deckmantel für mangelndes politisches Handeln. Es hat die Gesellschaft gespalten, soziale Ungleichheiten verschärft und populistische Bewegungen gestärkt.
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„Eigenverantwortung“ klingt gut, ist aber oft ein Deckmantel für mangelndes politisches Handeln. Es hat die Gesellschaft gespalten, soziale Ungleichheiten verschärft und populistische Bewegungen gestärkt.
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Wir müssen Narrative wie „Eigenverantwortung“ hinterfragen:
Wer nutzt sie? Warum? Und was bedeutet das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt?
13/13
Wer nutzt sie? Warum? Und was bedeutet das für den gesellschaftlichen Zusammenhalt?
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Auf den Punkt:
„Eigenverantwortung“ wurde in der Pandemie genutzt, um Schutz von der Politik auf Einzelne abzuwälzen. Folgen:
Ungleichheit & Überforderung.
Spaltung & Polarisierung.
Schwächung der Solidarität.
Erstarken rechter Populisten.
Fazit: Pandemien brauchen Solidarität
„Eigenverantwortung“ wurde in der Pandemie genutzt, um Schutz von der Politik auf Einzelne abzuwälzen. Folgen:
Ungleichheit & Überforderung.
Spaltung & Polarisierung.
Schwächung der Solidarität.
Erstarken rechter Populisten.
Fazit: Pandemien brauchen Solidarität
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