Tag 1 danach. Auf dem Domplatz versammeln sich tausende Magdeburger*innen, um still der Opfer zu gedenken. Der Trauer-Gottesdienst im Dom wird auf Leinwand übertragen. Währenddessen Gebrüll vom Hasselbachplatz. ~800 Neonazis. Wieder Hubschrauber, wieder Sirenen #Magdeburg (1) x.com
Während im Dom Angehörige, Einsatz- und Rettungskräfte, Menschen aus der Stadtgesellschaft mit den Tränen ringen, tobt draußen der politische Kampf. Eine Predigt brachte es gut auf den Punkt: "Und nun wollen andere Gewalttäter den Thron der Aufmerksamkeit erobern. Sie wollen, (2)
dass alles stirbt." Alle Beiträge erteilten der Saat des Hasses eine Absage. Niemals dürfe zugelassen werden, das eigene Herz mit Intoleranz und Hass zu vergiften. Noch als der Chor das letzte Lied anstimmte, war die Hubschrauber-Geräuschkulisse deutlich auch im Dom zu hören. (3)
Bei der Nazi-Demo wurden Journalist*innen attackiert, es wurden Flaschen geworfen, Gegendemonstrant*innen attackiert und NS-Parolen wie "Deutschland erwache" gerufen. So sieht sie also aus, die geheuchelte "Trauer" der Faschisten. Sie spucken auf die Opfer. Sie sind ihnen (4)
nicht mehr wert als ein Projektionsobjekt für den nächsten Mobilisierungsanlass. Sie zerstören den Raum für Trauer und Anteilnahme. Es geht ihnen einzig und allein um sich selbst, ihre politische Agenda, ihren Hass und ihre langfristigen Umsturzpläne. Letztlich haben sie (5)
sich heute erfolgreich selbst demaskiert. Das Schlimmste ist jedoch, dass es dieser Staat nicht schafft, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Und so müssen die Betroffenen, die Angehörigen, die Magdeburger*innen nicht nur damit klarkommen, was da gestern eigentlich passiert (6)
ist, etwas, das so grauenhaft ist, dass es sich noch gar nicht setzen konnte, sondern auch damit, dass Faschisten in unmittelbarer Nähe zum Tatort & zu den Gedenkorten durch die Straßen marodieren und erneut eine Kulisse aus Hass und Gewalt erzeugen. Es ist unerträglich hier. (7)
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