Drohender #Coronaherbst -
„Das Virus ist noch nicht fertig mit uns“
Die Infektionszahlen steigen - und jetzt kommt nach #Omikron auch noch #BA286.“
Die Virologin Isabella Eckerle sagt, was die neuen Tricks von #SARSCoV2 sind - und wie sich die nächste Pandemie verhindern lässt.
„Das Virus ist noch nicht fertig mit uns“
Die Infektionszahlen steigen - und jetzt kommt nach #Omikron auch noch #BA286.“
Die Virologin Isabella Eckerle sagt, was die neuen Tricks von #SARSCoV2 sind - und wie sich die nächste Pandemie verhindern lässt.
Hier einige Auszüge aus dem lesenswerten Interview:
SPIEGEL: Frau Eckerle, in der vergangenen Woche verging kaum ein Tag, an dem Sie nicht über #Corona getwittert haben - dabei waren Sie im Sommerurlaub.
Warum lässt Sie das Thema selbst am Lago Maggiore nicht los?
SPIEGEL: Frau Eckerle, in der vergangenen Woche verging kaum ein Tag, an dem Sie nicht über #Corona getwittert haben - dabei waren Sie im Sommerurlaub.
Warum lässt Sie das Thema selbst am Lago Maggiore nicht los?
Eckerle: (lacht) Also, eigentlich arbeite ich im Urlaub nicht. Aber wir leiten ja die Uberwachung neuer Virusvarianten für die Schweiz, und da gucke ich natürlich ab und zu rein, was es Neues gibt. Uber die letzten Tage war es dann doch so, dass ich dachte: Na, was ist denn da
los?
SPIEGEL: Sie meinen die Virusvariante BA.2.86, die in den vergangenen Tagen in vielen Ländern der Welt aufgetaucht ist, auch in der Schweiz? Wie gefährlich wird sie?
Eckerle: Wir haben bisher nur vereinzelt Nachweise von der Variante, insofern können wir nur wenig sagen.
SPIEGEL: Sie meinen die Virusvariante BA.2.86, die in den vergangenen Tagen in vielen Ländern der Welt aufgetaucht ist, auch in der Schweiz? Wie gefährlich wird sie?
Eckerle: Wir haben bisher nur vereinzelt Nachweise von der Variante, insofern können wir nur wenig sagen.
Erstaunlich ist, wie viele Mutationen diese neue Variante hat - sie unterscheidet sich genetisch ungefähr so stark von Omikron wie Omikron sich von den vorherigen Varianten.
Man vermutet, dass BA.2.86 eine deutliche Immunflucht aufweisen wird. Das heißt: Unsere Antikörper
Man vermutet, dass BA.2.86 eine deutliche Immunflucht aufweisen wird. Das heißt: Unsere Antikörper
werden Schwierigkeiten haben, sie zu erkennen. Die Frage ist nun, ob sie auch ausreichend fit, also gut übertragbar ist, und dadurch die jetzigen Varianten überholen kann. Meine
Einschätzung ist: Ja, wir werden bald eine Zunahme sehen.
Dann, finde ich, könnte man BA.2.86 mit dem
Einschätzung ist: Ja, wir werden bald eine Zunahme sehen.
Dann, finde ich, könnte man BA.2.86 mit dem
nächsten Buchstaben im griechischen Alphabet benennen: Pi.
SPIEGEL: Zugleich kursiert eine neue #Omikron-Variante namens
EG.5. Sie könnte mitverantwortlich sein für die derzeit steigenden
Infektionszahlen. Ist Sars-CoV-2 wirklich nur noch so lästig wie eine Erkältung, aber nicht
SPIEGEL: Zugleich kursiert eine neue #Omikron-Variante namens
EG.5. Sie könnte mitverantwortlich sein für die derzeit steigenden
Infektionszahlen. Ist Sars-CoV-2 wirklich nur noch so lästig wie eine Erkältung, aber nicht
mehr sonderlich gefährlich?
Eckerle: Vor vier Wochen hätte ich noch gesagt, dass wir mit den deutlich mutierten Varianten wahrscheinlich durch sind. Das
Virus schien fast alles ausgereizt zu haben, es griff evolutionär immer wieder auf ähnliche Strategien zurück, und die
Eckerle: Vor vier Wochen hätte ich noch gesagt, dass wir mit den deutlich mutierten Varianten wahrscheinlich durch sind. Das
Virus schien fast alles ausgereizt zu haben, es griff evolutionär immer wieder auf ähnliche Strategien zurück, und die
Nachweise von Sars-CoV-2 waren über Monate stabil niedrig. Aber jetzt passiert wieder etwas, wir sehen mehr Fälle in der Notaufnahme, mehr Krankenhausaufnahmen. Nur was genau, ist noch nicht klar - die Sequenzierung zeigt einen bunten Mix aus verschiedenen Varianten, darunter
auch EG.5, aber prozentual noch nicht so stark verbreitet.
SPIEGEL: Heißt das, dass sich Sars-CoV-2 immer noch nicht in die normalen Erkältungsviren einreiht, wie sich das alle erhoffen?
Eckerle: Für mich ist #SARSCoV2 eine eigene Kategorie, weder ist es ein banales
SPIEGEL: Heißt das, dass sich Sars-CoV-2 immer noch nicht in die normalen Erkältungsviren einreiht, wie sich das alle erhoffen?
Eckerle: Für mich ist #SARSCoV2 eine eigene Kategorie, weder ist es ein banales
Erkältungsvirus, noch kann man es mit Influenza oder RSV vergleichen. Es wird weiterhin bestimmte Gruppen schwer krank machen und Komplikationen verursachen; wir verstehen immer noch nicht den Mechanismus dahinter. Weder #LongCovid noch die von #Corona verursachten Gefäß- und die
neurologischen Erkrankungen sind bisher ausreichend verstanden. Und einen stabilen Zustand kann ich bislang nicht erkennen. Ich glaube, das Virus ist noch nicht fertig mit uns.
SPIEGEL: Ihr Ernst? Sehen Sie nichts Positives für den Herbst und Winter voraus?
SPIEGEL: Ihr Ernst? Sehen Sie nichts Positives für den Herbst und Winter voraus?
Eckerle: Doch. Wir werden nicht noch mal eine Variante bekommen, die unsere Immunität auf null setzt. Und wir werden wohl auch nicht die Intensivstationen voll haben mit Covid-19-Pneumonien. Aber die Mischung aus Sars-CoV-2, %Influenza, #RSV und den saisonalen respiratorischen
Viren kann sehr wohl das Gesundheitssystem belasten.
Zwar werden wir nicht mehr diese ganz schweren Infektionen sehen wie am Anfang, aber dafür eben sehr viele Infektionen, in allen Bevölkerungsgruppen. Das wird zu Personalausfällen führen, zu Engpässen in der Klinik, in den
Zwar werden wir nicht mehr diese ganz schweren Infektionen sehen wie am Anfang, aber dafür eben sehr viele Infektionen, in allen Bevölkerungsgruppen. Das wird zu Personalausfällen führen, zu Engpässen in der Klinik, in den
Praxen, in der Notaufnahme. Und zu Menschen, die #LongCovid bekommen.
SPIEGEL: Im Herbst soll es eine neue, angepasste Coronaimpfung geben. Wie gut wird diese schützen?
Eckerle: Die bisherigen Impfstoffe enthielten ja alle noch das ursprüngliche Wuhan-Virus. Die Idee bei der
SPIEGEL: Im Herbst soll es eine neue, angepasste Coronaimpfung geben. Wie gut wird diese schützen?
Eckerle: Die bisherigen Impfstoffe enthielten ja alle noch das ursprüngliche Wuhan-Virus. Die Idee bei der
angepassten Vakzine ist jetzt: Da fast nur noch Abkömmlinge der Omikron-XBB-Linie zirkulieren - auch EG.5 gehört dazu - nimmt man die alte Wuhan-Linie ganz raus und impft mit einem Virus der XBB-Linie.
SPIEGEL: Aber bei BA.2.86 könnte der Booster versagen, weil diese neue
SPIEGEL: Aber bei BA.2.86 könnte der Booster versagen, weil diese neue
Variante eben gar kein XBB-Abkömmling mehr ist?
Eckerle: Um das einschätzen zu können, fehlen uns im Moment noch Daten. Man sollte aber daran denken, dass unsere Immunität ja nicht nur aus Antikörpern besteht, sondern auch aus der zellulären Immunität, und diese ist deutlich
Eckerle: Um das einschätzen zu können, fehlen uns im Moment noch Daten. Man sollte aber daran denken, dass unsere Immunität ja nicht nur aus Antikörpern besteht, sondern auch aus der zellulären Immunität, und diese ist deutlich
robuster gegenüber mutierten Viren. Für die Zukunft müssen wir überlegen, wie man Impfstoffe entwickeln kann, die eine breite Immunität herstellen, damit wir den Varianten nicht immer nur hinterherrennen.
Die Hoffnung wäre dann, dass das Virus in so einem breiten Mix keine
Die Hoffnung wäre dann, dass das Virus in so einem breiten Mix keine
Lücke mehr findet.
SPIEGEL: Der neue Impfstoff wird voraussichtlich auch wieder nur ein paar Wochen vor Ansteckung schützen.
Werden Sie sich trotzdem boostern lassen?
Eckerle: Ich denke, ja. Es geht ja hier um den Schutz vor schwerer Erkrankung, weniger um Schutz vor Ansteckung.
SPIEGEL: Der neue Impfstoff wird voraussichtlich auch wieder nur ein paar Wochen vor Ansteckung schützen.
Werden Sie sich trotzdem boostern lassen?
Eckerle: Ich denke, ja. Es geht ja hier um den Schutz vor schwerer Erkrankung, weniger um Schutz vor Ansteckung.
Auf lange Sicht wäre es wichtig zu wissen, wie gut die Impfung vor Komplikationen wie Long Covid schützt.
SPIEGEL: Nach all dem, was wir in der Pandemie gelernt haben - wie gut sind wir auf die nächste vorbereitet?
Eckerle: So weit müssen wir gar nicht schauen - wir sind schon
SPIEGEL: Nach all dem, was wir in der Pandemie gelernt haben - wie gut sind wir auf die nächste vorbereitet?
Eckerle: So weit müssen wir gar nicht schauen - wir sind schon
für den nächsten Winter mit einer neuen Coronavariante, RSV und Influenza nicht gut gerüstet. Auch deswegen, weil im letzten Jahr ein Narrativ geschaffen wurde, demzufolge alle Maßnahmen und auch die Impfungen übertrieben oder sogar schädlich gewesen seien - was einfach nicht
stimmt! Zwar haben wir die Werkzeuge und das Wissen. Aber wie soll man jetzt noch Menschen überzeugen, dass es Situationen gibt, in denen es sinnvoll ist, Maske zu tragen?
Hier der Link zum gesamten Interview. Lesenswert!
spiegel.de
#COVID19 #Coronavirus #Pirola
Hier der Link zum gesamten Interview. Lesenswert!
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#COVID19 #Coronavirus #Pirola
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