(1/17)
#NEFlive #Medizinbrennt
der einfachheit halber schreibe ich heute aber der genaue zeitpunkt ist egal weil eh aktuell. ich habe heute im notarztdienst fast geweint weil andere geweint haben und es mich tief getroffen hat. wir werden um 14:30 uhr vom RTW in ein grosses (!)
#NEFlive #Medizinbrennt
der einfachheit halber schreibe ich heute aber der genaue zeitpunkt ist egal weil eh aktuell. ich habe heute im notarztdienst fast geweint weil andere geweint haben und es mich tief getroffen hat. wir werden um 14:30 uhr vom RTW in ein grosses (!)
(2/17)
pflegeheim alarmiert. die tatsache, dass es gross ist, spielt eine wichtige rolle ! die NFS vom RTW begrüsst mich mit den worten (o-ton): fabian, es tut mir so leid, dass du kommen muss aber wir alle hier sind mit unserem latein am ende und wissen uns nicht mehr zu helfen.
pflegeheim alarmiert. die tatsache, dass es gross ist, spielt eine wichtige rolle ! die NFS vom RTW begrüsst mich mit den worten (o-ton): fabian, es tut mir so leid, dass du kommen muss aber wir alle hier sind mit unserem latein am ende und wissen uns nicht mehr zu helfen.
(3/17)
folgendes problem: ein 85-jähriger heimbewohner hat morgens um 7 uhr vor dem frühstück einen blutdruck von 185/95 mmHg (sonst laut patientenakte um 140/75) nach der routinemäßigen einnahme von 5 mg ramipril bleibt der blutdruck aber um 180/90. er hat keinerlei beschwerden.
folgendes problem: ein 85-jähriger heimbewohner hat morgens um 7 uhr vor dem frühstück einen blutdruck von 185/95 mmHg (sonst laut patientenakte um 140/75) nach der routinemäßigen einnahme von 5 mg ramipril bleibt der blutdruck aber um 180/90. er hat keinerlei beschwerden.
(4/17)
die zuständige pflegekraft ist jedoch besorgt und versucht den hausarzt zu erreichen. dort geht aber niemand ans telefon. in der patientenkurve befindet sich kein vermerk für eine bedarfsmedikation, eine zusätzliche tablette ramipril kann sie nicht geben, da nach tagen
die zuständige pflegekraft ist jedoch besorgt und versucht den hausarzt zu erreichen. dort geht aber niemand ans telefon. in der patientenkurve befindet sich kein vermerk für eine bedarfsmedikation, eine zusätzliche tablette ramipril kann sie nicht geben, da nach tagen
(5/17)
verpackt / eingeschweisst. sie erzählt später, dass sie zwar daran gedacht habe, sich aber nicht getraut hat. jetzt kommt die besonderheit: sie ist eine pflegeschülerin im 2. jahr und im ganzen haus gibt es krankheitsbedingt keine examinierte fachkraft. nur azubis und
verpackt / eingeschweisst. sie erzählt später, dass sie zwar daran gedacht habe, sich aber nicht getraut hat. jetzt kommt die besonderheit: sie ist eine pflegeschülerin im 2. jahr und im ganzen haus gibt es krankheitsbedingt keine examinierte fachkraft. nur azubis und
(6/17)
hilfskräfte !!! sie zeigt mir die anrufliste am telefon im stationszimmer: von 8:30 bis 12 uhr hat sie es 14x beim hausarzt versucht. ohne erfolg. sie war sogar clever und hat der praxis eine email geschickt, das problem geschildert und um rückruf
gebeten.
hilfskräfte !!! sie zeigt mir die anrufliste am telefon im stationszimmer: von 8:30 bis 12 uhr hat sie es 14x beim hausarzt versucht. ohne erfolg. sie war sogar clever und hat der praxis eine email geschickt, das problem geschildert und um rückruf
gebeten.
(7/17)
parallel hat sie 5x versucht den ärztlichen bereitschaftsdienst über die 116 117 zu erreichen. sie erzählt uns, dass sie sogar während einer kurzen pause gegen 10 uhr für 15 minuten die warteschleife hat laufen lassen. um 11 uhr hat sie das erste mal die 112 gewählt
parallel hat sie 5x versucht den ärztlichen bereitschaftsdienst über die 116 117 zu erreichen. sie erzählt uns, dass sie sogar während einer kurzen pause gegen 10 uhr für 15 minuten die warteschleife hat laufen lassen. um 11 uhr hat sie das erste mal die 112 gewählt
(8/17)
der leitstellendisponent hat ihr (natürlich durchaus nachvollziehbar) gesagt, sie möge es weiter versuchen. sie könne sich aber gerne später nochmal melden, vor allem, wenn der patient symptome habe. die pflegeschülerin hat nach dem mittagessen der bewohner den patienten
der leitstellendisponent hat ihr (natürlich durchaus nachvollziehbar) gesagt, sie möge es weiter versuchen. sie könne sich aber gerne später nochmal melden, vor allem, wenn der patient symptome habe. die pflegeschülerin hat nach dem mittagessen der bewohner den patienten
(9/17)
zu einem mittagschlaf überredet weil sie sich erhofft hat, dass sich der blutdruck dadurch beruhigt. um 14 uhr hat sie feierabend, brachte es aber nicht übers herz zu gehen, weil sie unglücklich über die situation ist. sie ruft nochmal auf der leitstelle an und bittet um
zu einem mittagschlaf überredet weil sie sich erhofft hat, dass sich der blutdruck dadurch beruhigt. um 14 uhr hat sie feierabend, brachte es aber nicht übers herz zu gehen, weil sie unglücklich über die situation ist. sie ruft nochmal auf der leitstelle an und bittet um
(10/17)
einen RTW. das team misst einen blutdruck von 182/91 und versucht ebenfalls nochmal erfolglos den hausarzt zu erreichen. über die leitstelle wird dann aber die handynummer des hausarztes ausfindig gemacht. es meldet sich die ehefrau des arztes. sie erzählt, dass ihr mann
einen RTW. das team misst einen blutdruck von 182/91 und versucht ebenfalls nochmal erfolglos den hausarzt zu erreichen. über die leitstelle wird dann aber die handynummer des hausarztes ausfindig gemacht. es meldet sich die ehefrau des arztes. sie erzählt, dass ihr mann
(11/17)
seit tagen alleine in der praxis arbeitet, da die MFAs entweder selbst krank oder kind-krank zuhause sind. er nehme weder das telefon in der praxis ab, noch sein handy mit, weil er eh keine zeit zum telefonieren habe. das RTW-team ruft daraufhin im KH in der
seit tagen alleine in der praxis arbeitet, da die MFAs entweder selbst krank oder kind-krank zuhause sind. er nehme weder das telefon in der praxis ab, noch sein handy mit, weil er eh keine zeit zum telefonieren habe. das RTW-team ruft daraufhin im KH in der
(12/17)
internistischen notaufnahme an und erkundigt sich, ob sie den patienten bringen können. der ärztliche kollege erklärt (auch hier nachvollziehbar) dass ein symptomloser hypertonus kein einweisungsgrund darstellt. auf die nachfrage der NFS ob sie ramipril nochmal geben darf
internistischen notaufnahme an und erkundigt sich, ob sie den patienten bringen können. der ärztliche kollege erklärt (auch hier nachvollziehbar) dass ein symptomloser hypertonus kein einweisungsgrund darstellt. auf die nachfrage der NFS ob sie ramipril nochmal geben darf
(13/17)
erhält sie die antwort: man kenne den patienten und seine umstände nicht und man solle einen notarzt hinzuziehen. also werde ich alarmiert. ich schaue also in 4 augenpaare: der patient versteht die welt nicht mehr, die pflegeschülerin weint weil völlig am ende und
erhält sie die antwort: man kenne den patienten und seine umstände nicht und man solle einen notarzt hinzuziehen. also werde ich alarmiert. ich schaue also in 4 augenpaare: der patient versteht die welt nicht mehr, die pflegeschülerin weint weil völlig am ende und
(14/17)
das RTW-team ist von der geschichte und der tragweite zutiefst schockiert. ich nehme zunächst die pflegeschülerin in den arm (ich habe um erlaubnis gefragt) dann entschuldige ich mich beim patienten und versuche irgendwie die situation „schön zu reden“.
das RTW-team ist von der geschichte und der tragweite zutiefst schockiert. ich nehme zunächst die pflegeschülerin in den arm (ich habe um erlaubnis gefragt) dann entschuldige ich mich beim patienten und versuche irgendwie die situation „schön zu reden“.
(15/17)
gemeinsam mit allen bespreche ich nun das weitere procedere: der patient erhält zunächst von mir 10 mg urapidil (ob das jetzt sinnvoll war sei dahingestellt) dann instruiere ich den spätdienst des pflegeheims, dass er in einer halben stunde nochmal blutdruck messen soll
gemeinsam mit allen bespreche ich nun das weitere procedere: der patient erhält zunächst von mir 10 mg urapidil (ob das jetzt sinnvoll war sei dahingestellt) dann instruiere ich den spätdienst des pflegeheims, dass er in einer halben stunde nochmal blutdruck messen soll
(16/17)
bei bedarf dürfe er 5 mg ramipril aus der verschweissten verpackung nehmen und nochmal geben. ich dokumentiere alles genau und schicke dem hausarzt mein protokoll mit der bitte um telefonische rückmeldung im pflegeheim spätestens am nächsten tag.
bei bedarf dürfe er 5 mg ramipril aus der verschweissten verpackung nehmen und nochmal geben. ich dokumentiere alles genau und schicke dem hausarzt mein protokoll mit der bitte um telefonische rückmeldung im pflegeheim spätestens am nächsten tag.
(17/17)
diese geschichte ist kein einzelfall ! so etwas passiert jeden tag in 🇩🇪 ! wann erkennt die politik endlich, dass das pflegepersonal am boden, niedergelassene ärzt:innen überfordert, der rettungsdienst zweckentfremdet und die patientenversorgung gefährdet ist ???
diese geschichte ist kein einzelfall ! so etwas passiert jeden tag in 🇩🇪 ! wann erkennt die politik endlich, dass das pflegepersonal am boden, niedergelassene ärzt:innen überfordert, der rettungsdienst zweckentfremdet und die patientenversorgung gefährdet ist ???
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